© 2019 Nicole Wacker

Fotos: 

Céline Stucki Photography

Christian Mattis Photography

Monika Jia Rui Photography

Photopera (Michèle Wacker-Weber)

BarockBar

"One night with Barbara" - ein Abend zu Ehren der venezianischen Komponistin Barbara Strozzi (1619-1677) mit Musik, Wein und Gesprächen. BarockBar feiert Feuertaufe am 25.01.2020 ab 19:30 im Café Simpel (Belpstrasse 67, 3007 Bern - Bus Nr. 10 oder Tram Nr. 3 bis Eigerplatz) - Eintritt frei, Kollekte. 

Am 22.02.2020, 19 Uhr kommt BarockBar nach Baden! Ich freue mich riesig, mein Konzept auch in meiner Heimatstadt zu realisieren. "One night with Barbara" wird im Kulturcafé Baden an der Rütistrasse 3a stattfinden. Tickets können bei den beiden Besitzern Bert de Raeymaecker

(076 396 03 31  -  bertderaeymaecker@gmail.com) und

Elisabeth Seiler (076 328 03 31  -  liz_seiler@bluewin.ch) reserviert werden. Der Eintritt kostet CHF 30, für Schüler und Studenten mit Legi-Karte CHF 20.

Über die Musiker

Nicole Wacker (Sopran) studiert seit 2015 an der Hochschule der Künste Bern bei Prof. Christian Hilz, wo sie 2018 den Bachelor mit Bestnote abschloss. Derzeit erwirbt sie den Master of Performance ebenda. Sie ist mehrfache Preisträgerin der Austria Barock Akademie, was sie für Konzerte ans ORF Radiokulturhaus Wien, die Schwetzinger Winterfestspiele und zum Queen Christina Project nach Stockholm führte. Sie ist ebenfalls Preisträgerin der Kharkiv Assemblies Competition, der Friedl Wald Stiftung und der Opernfestspiele Munot, wo sie im Sommer 2020 als Königin der Nacht in Mozarts "Zauberflöte" zu erleben sein wird.

 

Sebastian Bausch (Cembalo) erhielt seinen ersten Orgelunterricht an der Benediktiner-Abtei Neresheim und spezialisierte sich bei Robert Hill an der Musikhochschule Freiburg im Breisgau früh auf historische Tasteninstrumente spezialisieren. An der Schola Cantorum Basiliensis studierte er Cembalo, Orgel und Fortepiano bei Jörg-Andreas Bötticher, Wolfgang Zerer und Edoardo Torbianelli, in Freiburg zusätzlich Klavier bei Christoph Sischka. Seit 2012 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule der Künste Bern, wo er im Rahmen des Forschungsprojekts „…die Idee des Componisten ins Leben zu rufen“ an einer Dissertation zur musikalischen Interpretationspraxis im Klavierspiel des späten 19. Jahrhunderts arbeitet. Im August 2018 trat er die Stelle als Hauptorganist an den drei Pfarreien der katholischen Seelsorgeeinheit Zentrum in St. Gallen an und unterrichtet seitdem auch als Dozent an der diözesanen Kirchenmusikschule St. Gallen.

Über BarockBar

BarockBar ist ein musikvermittlerisches Konzept, das von Nicole Wacker entwickelt wurde. Ihr Ziel ist es dabei, ein breit gefächertes Publikum mit Continuo-Arien des Barockzeitalters zu erreichen, indem sie den Rahmen eines klassischen Konzertes mit der isolierenden Bühne verlässt und sich in das Setting einer Bar begibt. Denn in den Salons des 16. Jahrhunderts hat diese gefühlvolle Musik ihren Ursprung. Da wo die Denker der Zeit zusammensassen, diskutierten und tranken, ihre Sehnsucht nach rezitierendem, textorientiertem Gesang kundtaten und von den Komponisten in der Runde erhört wurden.

 

Eine von ihnen ist Barbara Strozzi (siehe Bild links), venezianische Komponistin des 17. Jahrhunderts. Sie steht im Zentrum des BarockBar-Konzepts - um sie hat sich die Idee entwickelt. Strozzi hat ihre eigenen Kompositionen zur Unterhaltung der Geschäftspartner ihres Vaters vorgetragen und sich dabei selbst auf dem Cembalo begleitet. Ihre Arbeit war so erfolgreich, dass sie noch zu Lebzeiten gedruckt und veröffentlicht wurde, was den Männern des Metiers missfiel. Strozzi blieb zeitlebens unverheiratet und zog ihre Kinder alleine gross.

 

In ihrer Aufführungspraxis bewegte sie sich ebenfalls nicht in einem konzertanten Rahmen: Sie war Unterhalterin, Gastgeberin und Musikerin. Ihre Arien, meist sehr intim nur mit Singstimme und Cembalo (oder Laute) besetzt, sind expressiv und mutig. Oftmals sind die Harmonien so gewagt, dass man kaum glauben kann, dass diese Musik aus dem vermeintlich steifen Barockzeitalter stammen soll. Es ist fast, als würden die vielen Restriktionen, die engen Korsette, die strengen Manierismen und Regeln lediglich dazu führen, dass die Leidenschaft dieser Epoche auf engstem Raum zusammengepfercht umso intensiver wird. Auf einmal wird ein Augenaufschlag zu einer Liebeserklärung, eine Geste zu einer fundamentalen Beleidigung. 

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BarockBar soll ein musikalisches Erlebnis kreieren, bei dem durch Nähe Wärme generiert, Wein getrunken und der hemmungslosen, lustvollen Emotionalität gefrönt wird. Die Grenzen zwischen Musiker und Publikum, Bekannten und Unbekannten sollen aufgelöst werden. Und zu guter Letzt soll es zeigen: Barocke Musik ist keine ferne, hohe Kunst für die man eine elitäre Ausbildung genossen haben muss, um ihr etwas abzugewinnen. Die Inhalte dieser Musik sind zeitlos und werden doch nie alt: Eifersucht, Angst, Sehnsucht, Liebe.